Menschen + Geschichten = Big Lovestory ♡

„Wir verstehen alles im menschlichen Leben durch Geschichten.“

Jean-Paul Sartre

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Was haben deine Lieblingsserie auf Netflix, der aktuelle Spiegel-Bestseller und Peter Pan, der Held deiner Kindheitstage, gemeinsam? Genau, sie alle erzählen eine Geschichte. Ein Handlungsstrang, oft im klassischen Erzählmuster, mit einem dramatischen Höhepunkt, der gleichzeitig eine Wende in der Erzählung darstellt. Im Fokus: Der Held, den wir vom ersten Moment an in unser Herz schließen, weil wir uns, in welcher Form auch immer, mit ihm identifizieren. Es sind Geschichten, die uns fesseln. Und das bedeutet viel mehr, als dass wir einfach nur der Erzählung folgen.

Es heißt, die Geschichte mit allen unseren Sinnen wahrzunehmen, sie aufzusaugen wie einen Moment aus unserem eigenen Leben. Komplett in die eben noch fremde Welt einzutauchen, das Sofa, den Lese-Sessel oder Kinosaal zu vergessen, die quietschenden Autoreifen tief in unserem Gehörgang wahrzunehmen, vom verlockenden Duft des frisch gebackenen Apfelkuchens ein Grummeln in der Magengegend zu verspüren, das Salz des Meeres auf den Lippen zu schmecken und die Panik des Protagonisten am eigenen Körper zu fühlen, den Schmerz, wenn es zu einer dramatischen Wendung kommt. Und sich beim Showdown verstohlen die Tränen aus den Augenwinkeln zu wischen.

Eben so, als wären wir Bestandteil der Geschichte – Seite an Seite mit dem Protagonisten, der seine Erlebnisse zu unseren macht, sie uns nachempfinden lässt. Darin besteht der große Unterschied zwischen Geschichten, die der reinen Informationsweitergabe dienen, und emotional aufgeladenen Geschichten: Sie finden Zugang zu unseren Gefühlen. Und deshalb erinnern wir uns später so gut an die Inhalte.

“Stories build bridges. When the story ends and the teller’s voice is silenced, the bridge between teller and listener remains.” (Elaine Blanchard)

Geschichten zu erzählen hat in der Menschheit eine lange Tradition. Noch bevor Bücher gedruckt werden konnten, gaben die Menschen Informationen mündlich weiter – um zu informieren, aber auch, um vor Gefahren zu warnen. Damit die Inhalte leichter im Gedächtnis blieben, verpackte sie die Menschen in alltagsnahe Erzählungen. Daraus entwickelten sich später die Fabeln. Menschen, die der Sprache mächtig waren und diese einzusetzen wussten, hatten einen enormen Evolutionsvorteil: Sie konnten ihr Gegenüber lesen und Theorien über sein Verhalten aufstellen und weitergeben, was im Überlebenskampf entscheidend sein konnte. Zudem wurde die Sprache nach und nach zu einem Grundbedürfnis, dem sich die Menschen immer stärker bedienten. Heute wie auch früher finden und fanden sich Erzählungen in den unterschiedlichsten Formen wieder – im Mythos, im Märchen, in der Novelle, der Tragödie, dem Drama oder in der Komödie.

„Nirgends gibt oder gab es jemals ein Volk ohne Erzählung, sie ist einfach so da, wie das Leben.“ (Roland Barthes, französischer Philosoph)

Die ältesten Zeugnisse sind die Höhlenmalereien, mit denen die Menschen ihren Erfahrungen mit Jagdwild, Jagdtechniken oder Wanderrouten von Tieren Ausdruck verliehen. Und auch die Bibel ist ein einziges Storytelling-Buch, deren Geschichten heute noch erzählt und vor allem erinnert werden.

Die Weitergabe von Informationen ist aber kein Phänomen der frühen Zeit. Heute boomt Geschichten erzählen als Methode mehr denn je. Es begegnet uns in professioneller Hinsicht, wie bei der Vermarktung eines neuen Produktes und bei einer spannenden und unterhaltsamen Präsentation. Häufig wird Storytelling aber auch unbewusst betrieben: Wer hatte nicht schon einmal das Vergnügen, einem Freund bei seinem mitreißenden Bericht der letzten Urlaubsreise an den Lippen zu hängen? Entscheidend in beiden Fällen ist, wie die Informationen verpackt und präsentiert werden und was dahei bei uns ausgelöst wird.

„Das Gehirn ist der größte Kinosaal der Welt.“ (Ridley Scott)

Dieses Phänomen ist sogar wissenschaftlich belegt. Die Hirnforschung ist überzeugt davon, dass es kein effektiveres Mittel für die Wissensvermittlung gibt als das Erzählen von Geschichten. Erzählungen finden aufgrund der Emotionen einen leichten Zugang und dringen tief in unser Bewusstsein sein. Sie werden dadurch besonders schnell und effektiv verarbeitet, weil sie eine Vielzahl an Arealen im menschlichen Gehirn aktivieren, mehr als die reine Informationsvermittlung. Das Muster von Geschichten knüpft zudem an bereits vorhandene Gedächtnisinhalte an, was die Inhalte für das menschliche Gehirn besonders gut zu erfassen und zu verarbeiten macht.

„Man kann Geschichten viel besser abspeichern und daraus dann die entscheidenden Aussagen ableiten, als das bei der Abspeicherung von Sachinformationen möglich ist.“ (Gerald Hüther, Neurobiologe)


Wir halten fest: Menschen lieben es also nicht nur, Geschichten zu erzählen oder zu hören. Unser Gehirn ist gewissermaßen darauf programmiert und es fällt uns besonders leicht, die Inhalte aus guten Geschichten aufzunehmen, zu verarbeiten und zu behalten. Warum also dieses Tool nicht auch für dein Herzensprojekt einsetzen?

Ein Gedanke zu „Menschen + Geschichten = Big Lovestory ♡

  1. Pingback: Storytelling goes Visiontelling | Visiontellers

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